Reisebericht 2: Ankunft in der Hauptstadt
Endlich landen wir in Buenos Aires. Die Passagiere im Flugzeug werden munter, beginnen laut zu erzählen, in ihren Sachen zu wühlen und die Köpfe zum Fenster zu drehen.

Eine Straße in Buenos Aires mit dem Obelisk in Hintergrund
Buenos Aires ist der Wahnsinn
Wahnsinn diese Stadt! Ich glaube mir zittern die Knie vor Aufregung, oder ist es nur der lange Flug? Kurz darauf sind wir schon auf der Suche nach unserem Youth-Hostel. Linie 86 mit dem Bus bis zur „9 de Julio“, hatte man uns gesagt, aber nirgends an den Haltestellen ist eine Bezeichnung zu finden. Verwundert beobachten wir den Fahrstil der Pkws, Lkws und Busfahrer. Ich glaube man kennt hier nur Hupe und Gaspedal. Unmittelbar in dieser endlosen Menge wilder Fahrzeuge warten wir geduldig an einem Zebrastreifen. Irgendwann tun wir es den anderen nach und wagen den Absprung.
Wie wir zu unserem kleinen Hotel gefunden haben, weiß ich nicht, aber dort ist es o.k. Am nächsten Morgen nach dem Frühstück erkunden wir ein Stück dieser Riesenstadt. Wir sehen prächtige alte Gebäude, Kirchen aus spanischer Kolonialzeit, Museen, weite Plätze mit unzähligen Parkanlagen und und und….Meine Augen können kaum alles fassen.
Plaza de la Republica
Auf dem Plaza de la Republica erhebt sich ein 67 m hoher Obelisk, der anlässlich des 400-jährigen Bestehens der Stadt aufgestellt wurde. Wir gehen weiter, obwohl unsere Füße schon mehr als müde sind. Irgendwann kommen wir in die Nähe des Busbahnhofes, dort ist ein riesiger Straßenmarkt. Unser Interesse ist wieder geweckt, da kann man Land und Leute bestimmt besser kennen lernen. Hier drängen sich die Menschen und bieten ihre Waren an, von Schmuck, Uhren, Schnitzereien bis zum frisch gepressten Orangensaft.
Von den Ständen der Bäcker und Fleischer verbreitet sich ein köstlicher Duft. Alles läuft geruhsam und recht freundlich ab, viele Menschen liegen im angrenzenden Park auf dem Rasen und schlafen, schwatzen oder essen. Langsam plagt uns der Hunger. Wir holen uns vier gewaltige „Kuhrippchen“, zwei Würste und große Brötchen und setzen uns ebenfalls auf den Rasen. Wir verputzen alles bis auf den letzten Fetzen. Das Fett tropft von unseren Fingern, es war köstlich.
Köstlich: Mate Tee
Satt und ein wenig träge beobachten wir einen Mann, der nicht weit entfernt von uns sitzt und seinen Tee zubereitet. Mate Tee, typisch für Südamerika. Zerkleinerte Teeblätter gibt er in ein Gefäß, schüttet heißes Wasser dazu und nach einer Weile trinkt er diese Flüssigkeit durch eine Art silbernen Trinkhalm mit feinen Öffnungen am unteren Ende.
Dieser Trinkhalm heißt „Bombilla“, erklärt er uns etwas später. Aber schon wird unsere Aufmerksamkeit von etwas anderem abgelenkt.

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